1. Aufgabe:
Geschäftsführer Listig hat Frau Müller aufgrund ihrer guten Zeugnisse zu einem Vorstellungsgespräch
eingeladen. Da er Probleme im Falle einer Schwangerschaft von Frau Müller vermeiden will, fragt er
sie: „Na, Frau Müller, wie sieht es denn mit der Familienplanung aus? Oder sind Sie vielleicht schon
schwanger?“
Obwohl Frau Müller weiß, dass Sie Nachwuchs erwartet, antwortet sie. „Nein, wie kommen sie
darauf?“
Herr Listig ist erleichtert und stellt Frau Müller ein. Nach drei Monaten wird die Schwangerschaft
deutlich sichtbar.
Herr Listig fühlt sich getäuscht und reagiert empört. Er will den Arbeitsvertrag auflösen.
a) Wodurch könnte Herr Listig die Auflösung des Arbeitsvertrages erreichen?
b) Hätte Herr Listig Erfolg? Begründen Sie Ihre Antwort.
c) Welche Anforderungen sind an die Zulassungsfähigkeit von Fragen im Einstellungsgespräch zu
stellen?
d) Formulieren Sie eine zulässige Frage an den Gesundheitszustand der Bewerberin.
2. Aufgabe:
Herr Meier ist seit Jahren engagiertes Mitglied in der Gewerkschaft. Er arbeitet seit vielen Jahren bei
der Wohnen in Familie gGmbh, die ihrerseits langjähriges Mitglied im Arbeitgeberverband ist.
Bei seiner Einstellung hat Herr Meier einen Arbeitsvertrag unterschrieben, ohne ihn genau
durchzulesen. Als er seinen Urlaub plant, findet er dort unter „Urlaubsanspruch: „Herr Meier erhält den
nach dem Bundesurlaubsgesetz üblichen Urlaub von 24 Werktagen.“
Im Weiteren wird in den Bestimmungen des Arbeitsvertrages auch Bezug genommen auf den
Tarifvertrag.
Da Herr Meier weiß, dass ihm nach Tarifvertrag als Jahresurlaub 30 Arbeitstage zustehen, spricht er
diesbezüglich den örtlichen Geschäftsführer an. Dieser antwortet ihm: „Vertrag ist Vertrag, daran kann
ich nichts ändern“.
Herr Meier ist der Meinung, die arbeitsvertragliche Regelung sei unwirksam.
a) Hat Herr Meier recht? Begründen Sie Ihre Meinung.
b) Was ist ein Tarifvertrag?
c) Wann besteht beidseitige Tarifbindung?
d) Wie wirkt der normative Teil eines Tarifvertrages?
3. Aufgabe:
Wiederholt wurde diskutiert, das Günstigkeitsprinzip abzuschaffen.
• Was ist das Günstigkeitsprinzip?
• Welche Folgen hätte seine Abschaffung?
4. Aufgabe:
a) Welche Hauptpflichten des Arbeitsverhältnisses kennen Sie?
b) Welche Nebenpflichten des Arbeitsverhältnisses bestehen für:
• den Arbeitnehmer?
• den Arbeitgeber?
5. Aufgabe:
Was verstehen Sie unter:
a) Arbeitsbereitschaft?
b) Bereitschaftsdienst?
c) Rufbereitschaft?
6. Aufgabe:
Der Mitarbeiter Herr Huber fährt jeden Tag mit dem eigenen Pkw zur Arbeit und wieder nach Hause,
obwohl er seit längerer Zeit alkoholkrank ist und auch während der Arbeitszeit Alkohol trinkt.
Bei der Heimfahrt verursacht er mit einem Blutalkoholgehalt von 2,7 Promille einen Auffahrunfall, bei
dem er selbst schwer verletzt wird. Danach ist er fünf Monate arbeitsunfähig, verlangt aber die
Lohnfortzahlung, mit der Begründung, dass es ja ein Wegeunfall war. Der Arbeitgeber ist aber nicht
bereit, den Lohn weiter zu zahlen.
Wer von beiden hat recht? Begründen Sie Ihre Entscheidung.
7. Aufgabe:
Welche Kündigungsarten und welche Kündigungsgründe gibt es nach dem Kündigungsschutzgesetz?
8. Aufgabe:
a) Unterscheiden Sie zwischen Aufhebungsvertrag und Kündigung.
b) Nennen Sie die Vor- und Nachteile eines Aufhebungsvertrages gegenüber einer Kündigung.
9. Aufgabe:
Unterscheiden Sie zwischen einem einfachen und einem qualifizierten Arbeitszeugnis.